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Wie können Funktionen und Funktionsbausteine Ihre SPS-Engineering-Zeit drastisch verkürzen?

How Can Functions and Function Blocks Slash Your PLC Engineering Time?
Dieser Artikel bietet eine praktische Anleitung zum Erstellen wiederverwendbaren SPS-Codes mithilfe von Funktionen und Funktionsbausteinen. Er erklärt die wesentlichen Unterschiede, stellt bewährte Designmuster vor und teilt Anwendungsfälle aus der Praxis mit messbaren Ergebnissen – wie 36 % schnellere Inbetriebnahme und 31 % weniger Wartungsanrufe. Die Leser erfahren, wie sie ihre eigene Bibliothek starten können und warum modularer Code für Industrie 4.0 unerlässlich ist.

Warum wiederverwendbarer Code die industrielle Automatisierung revolutioniert

Ingenieure in modernen Fabriken müssen Projekte schneller als je zuvor liefern. Die gleiche Logik für jede Maschine neu zu schreiben, verschwendet wertvolle Zeit. Wiederverwendbare Softwareeinheiten – Funktionen (FCs) und Funktionsbausteine (FBs) – reduzieren diesen Aufwand erheblich. Außerdem verringern sie Fehler, da getestete Module vorhersehbar funktionieren. Eine Umfrage von ARC Advisory Group aus dem Jahr 2023 zeigte, dass 72 % der führenden Integratoren mindestens 45 % ihrer SPS-Bibliotheken projektübergreifend wiederverwenden. Dadurch sinken die Inbetriebnahmezeiten im Durchschnitt um 30 %.

Funktionen vs. Funktionsbausteine: Die wesentlichen Unterschiede erklärt

Funktionen geben einen einzelnen Wert zurück und speichern keinen persistenten Speicher. Sie eignen sich ideal für zustandslose Operationen wie das Skalieren eines 4‑20 mA-Signals oder die Berechnung von Durchflusskompensation. Funktionsbausteine hingegen behalten interne Daten nach jedem Scanzyklus. Daher sind sie perfekt für Aufgaben mit Speicherbedarf: PID-Regler, Timer, Zähler und Motorsteuerungen. Viele Siemens- und Rockwell-Bibliotheken verwenden Funktionsbausteine für Motorstarter und Ventilpositionierung. Die richtige Wahl von Anfang an sorgt für sauberen, effizienten Code.

Designmuster, die die Wiederverwendbarkeit in SPS-Projekten steigern

Die Standardisierung von Schnittstellen ist der erste Schritt zur Portabilität. Erstellen Sie einen universellen Antriebssteuerungsbaustein mit Eingängen wie Enable und Sollwert für die Geschwindigkeit sowie Ausgängen wie Iststrom und Fehlercode. Gruppieren Sie Parameter mit benutzerdefinierten Datentypen – zum Beispiel Motordaten mit Nennspannung und thermischen Grenzwerten. Dieser Ansatz macht den Baustein auf verschiedenen Hardwareplattformen portabel, von Siemens S7‑1500 bis Rockwell ControlLogix. Zusätzlich ermöglicht Versionskontrolle kontinuierliche Verbesserungen, ohne bestehende Installationen zu beeinträchtigen.

Praktisches Beispiel: Ein wiederverwendbarer PID-Baustein für thermische Prozesse

Betrachten Sie eine Kunststoff-Extrusionslinie in Bayern, bei der fünf Heizzonen unabhängig geregelt werden müssen. Statt fünf separate PID-Routinen zu programmieren, entwickelten die Ingenieure einen Baustein mit einstellbaren Verstärkungen und Sollwert-Rampen. Sie setzten ihn für jede Zone ein. Ergebnis: Die Inbetriebnahmezeit sank von 80 auf 51 Stunden (eine Reduktion um 36 %) und die Temperaturstabilität verbesserte sich auf ±0,4 °C. Derselbe Baustein wird nun in Öfen, Trocknern und Spritzgießmaschinen in drei Werken verwendet.

Praxisbeispiel: Modulare Ventilsteuerung in der Wasseraufbereitung

Eine Wasseraufbereitungsanlage bei Rotterdam setzte 28 motorisierte Ventile ein – Schmetterlings-, Kugel- und Schieberventile. Mit einem generischen Ventilantriebsbaustein mit Öffnen/Schließen-Rückmeldung, Drehmomentüberwachung und Fehlerbehandlung reduzierten sie den Programmieraufwand um 62 %. Der Baustein enthält eine Zustandsmaschine, die sich über einen Konfigurationsparameter an den Ventiltyp anpasst. Nach 18 Monaten zeigten Wartungsdaten 31 % weniger Diagnoserufe, da die standardisierte Fehlererkennung Drehmomentspitzen vor Blockaden meldete.

Experteneinsicht: Warum Bibliotheken das Rückgrat von DCS- und Hybrid-Systemen sind

In verteilten Steuerungssystemen und Hybridanlagen geht die Wiederverwendbarkeit über SPS hinaus. Viele Anbieter bieten inzwischen zertifizierte Bibliotheken an, die ISA‑88 und ISA‑95 entsprechen. Die Nutzung dieser Bibliotheksbausteine beschleunigt nicht nur die Engineering-Arbeit, sondern entspricht auch Industriestandards. Bei einem jüngsten Projekt mit einem chemischen Chargenreaktor reduzierte der Einsatz vorgetesteter Funktionsbaustein-Sequenzen für Dosierung und Heizung den Validierungsaufwand um über 50 %, da die Logik bereits während der Werksabnahme geprüft war.

Lösungsszenario: Nachrüstung einer Altmontagelinie mit wiederverwendbaren Bausteinen

Ein Hersteller von Autoteilen entschied sich, eine 16 Jahre alte Montagelinie zu modernisieren. Der ursprüngliche Code war monolithisch und schwer wartbar. Die Ingenieure modularisierten ihn: Sie kapselten Pick-and-Place-Sequenzen in Funktionsbausteine und erstellten Funktionen für die Bauteilprüfungsberechnungen. Ergebnis: Die mittlere Reparaturzeit sank von 4,5 Stunden auf 2,1 Stunden. Als später eine neue Roboterstation hinzugefügt wurde, dauerte die Integration nur 12 Tage statt sieben Wochen. Die Gesamtanlageneffektivität stieg von 82 % auf 95 %.

Weitere Anwendung: Intelligente Fördersteuerung in der E‑Commerce-Logistik

Ein großes Fulfillment-Center bei Chicago setzte 42 Förderbänder mit variablen Drehzahl-Antrieben ein. Statt jeden Antrieb einzeln zu programmieren, entwickelten sie einen Förderband-Geschwindigkeitsmanager-Baustein, der Paketgewicht, Zielort und Priorität akzeptiert. Der Baustein berechnet Beschleunigungsrampen und koordiniert Übergaben. Zahlenmäßige Auswirkung: Die Programmierzeit reduzierte sich von 200 auf 75 Stunden, und der Energieverbrauch pro Paket sank um 11 % dank optimierter Geschwindigkeitsprofile. Derselbe Baustein wird nun in zwei weiteren Lagern wiederverwendet.

Wie Sie Ihre eigene wiederverwendbare SPS-Code-Bibliothek aufbauen

Beginnen Sie damit, sich wiederholende Logik in aktuellen Projekten zu identifizieren. Extrahieren Sie eine einfache Funktion, die 4‑20 mA-Signale in technische Einheiten umwandelt. Gehen Sie dann zu komplexeren Bausteinen über, wie einem Pumpenstarter mit Laufzeitakkumulation. Dokumentieren Sie jeden Baustein mit klaren Variablennamen und Kommentaren. Verwenden Sie Änderungsprotokolle. Mit der Zeit wird diese Bibliothek zu einem wertvollen Asset, das die Wettbewerbsfähigkeit bei Ausschreibungen und die Rentabilität von Projekten steigert. Laut einer PLCOpen-Umfrage von 2024 gewinnen Unternehmen mit ausgereiften internen Bibliotheken 22 % mehr schlüsselfertige Projekte.

Zukunftsperspektive: Objektorientierte Erweiterungen und der digitale Zwilling

Der Trend zur objektorientierten Programmierung in IEC 61131‑3 wird die Wiederverwendbarkeit weiter verbessern. In Kombination mit digitalen Zwillingen können wiederverwendbare SPS-Bausteine virtuell vor der Inbetriebnahme getestet werden. Frühe Anwender aus der Automobilbranche berichten von einer 25 %igen Reduktion von Fehlern vor Ort. Daher ist die Investition in saubere Funktionsbausteine heute nicht nur eine bewährte Methode – sie ist ein strategischer Vorteil in Industrie 4.0.

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