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Lohnt sich eine Sicherheits-SPS für Ihre Fabrikhalle?

Is a Safety PLC Worth the Investment for Your Factory Floor?
Dieser Artikel erklärt, warum Sicherheits-SPS für die moderne industrielle Automatisierung über die Standardsteuerungsanforderungen hinaus unerlässlich sind. Er behandelt die architektonischen Unterschiede zwischen Standard- und Sicherheitssteuerungen, reale Leistungsdaten einschließlich Reaktionszeiten von 4-8 Millisekunden und 30 % weniger ungeplanten Stillständen sowie detaillierte Fallstudien, wie etwa ein deutsches Automobilwerk, das eine 15 %ige Verbesserung der Gesamtanlageneffektivität (OEE) erzielt hat. Anwendungsszenarien umfassen Palettierlinien, Pressen-Nachrüstungen und die Integration kollaborativer Roboter mit quantifizierbaren ROI-Kennzahlen.

Verstehen der funktionalen Sicherheit in der modernen Automatisierung

Funktionale Sicherheit ist der Teil der Gesamtsicherheit eines Systems, der von der korrekten Reaktion seiner Steuerungseinrichtungen abhängt. Es geht nicht darum, Hardwarefehler zu verhindern, sondern sicherzustellen, dass das System auf vorhersehbare und sichere Weise ausfällt. Wenn beispielsweise ein Sensor ausfällt, muss ein funktional sicheres System die Maschine unverzüglich in einen sicheren Zustand versetzen. Funktionale Sicherheit reduziert somit das Risiko auf ein akzeptables Niveau, ein Konzept, das durch internationale Normen wie IEC 61508 und IEC 62061 vorgeschrieben ist. Kurz gesagt, sie ist der Schutzschild, der Bediener vor mechanischen Gefahren bewahrt.

Standard-SPS vs. Sicherheits-SPS: Die Architektur-Lücke

Eine Standard-SPS steuert Aktuatoren, Motoren und Ventile basierend auf Logik. Eine Sicherheits-SPS hingegen erledigt diese Aufgabe mit integrierter Redundanz und Selbstdiagnose. Während ein Standard-Controller bei einem Speicherfehler einfrieren könnte, erkennt ein sicherheitszertifiziertes Gerät diesen Fehler innerhalb von Millisekunden und schaltet die Ausgänge ab. Zudem verwenden Sicherheits-SPS zwei separate Prozessoren, die ständig die Arbeit des jeweils anderen überprüfen. Diese „Diversität“ stellt sicher, dass ein einzelner Fehlerpunkt niemals zu einer gefährlichen Situation führt. Dadurch können Sie mit einer Sicherheits-SPS den Safety Integrity Level (SIL) 3 oder Performance Level (PL) e erreichen, was mit einem Standard-Industriecomputer unmöglich ist.

Fallstudie: Hochgeschwindigkeits-Palettierung mit SIL 3-Konformität

Ein deutscher Automobilzulieferer hat kürzlich seine Palettieranlage modernisiert. Dabei wurde eine Siemens ET 200SP Sicherheits-SPS zur Steuerung einer Fanuc-Roboterzelle integriert. Zuvor erforderte ein Standard-Steuerungssystem einen physischen Sicherheitszaun mit Verriegelungsschaltern, der den Wartungszugang verlangsamte. Durch den Einsatz einer Sicherheits-SPS mit PROFIsafe konnten sie die Verkabelung um 70 % reduzieren und eine Reaktionszeit von unter 12 Millisekunden bei einem Notstopp erreichen. Wichtig ist, dass das System Safe Torque Off (STO) für Servoantriebe berechnet und so die Bediener bei manuellen Eingriffen schützt. Das Ergebnis? Eine Steigerung der Gesamtanlageneffektivität (OEE) um 15 %, da die Maschine nach Fehlerzuständen schneller wieder einsatzbereit ist, ohne komplett herunterzufahren.

Messbare Vorteile: Warum Ihre Steuerungsarchitektur aufrüsten?

Daten der ISA (International Society of Automation) zeigen, dass Anlagen mit integrierten Sicherheitssteuerungen 30 % weniger ungeplante Stillstände haben. Beispielsweise benötigt eine Standard-SPS in einer Verpackungslinie etwa 200 Millisekunden, um auf das Auslösen eines Lichtvorhangs zu reagieren. Eine moderne Sicherheits-SPS wie die Allen-Bradley GuardLogix 5580 kann einen sicheren Stopp in nur 4 bis 8 Millisekunden auslösen. Diese Geschwindigkeit reduziert die mechanische Belastung der Maschine und senkt das Verletzungsrisiko. Zusätzlich liefern Sicherheits-SPS Diagnoseprotokolle. Ingenieure können analysieren, warum ein Sicherheitsereignis auftrat, was vorausschauende Wartung anstelle von reaktiven Reparaturen ermöglicht. In Lebensmittel- und Getränkeanlagen vereinfacht der Umstieg auf eine Sicherheits-SPS oft die Validierung. Statt hunderte festverdrahtete Sicherheitsrelais zu testen, validiert man die Softwarelogik. Dieser Wechsel kann die Inbetriebnahmezeit um bis zu 40 % verkürzen.

Der Trend zu integrierter Sicherheit in Smart Factories

Industrie 4.0 verlangt mehr Daten von der Produktionsebene. Standard-SPS senden Produktionszahlen; Sicherheits-SPS senden Sicherheitsstatus und Diagnosedaten über dasselbe Netzwerk. Diese Konvergenz ist dank Protokollen wie PROFIsafe und CIP Safety möglich. Folglich sehen Anlagenleiter Sicherheit nicht mehr als Kostenfaktor, sondern als Datenquelle für Effizienz. Wir beobachten eine zunehmende Verbreitung kompakter Sicherheitssteuerungen in kollaborativen Roboteranwendungen (Cobots). Beispielsweise kann ein Roboterarm von Universal Robots in Kombination mit einer Sicherheits-SPS seine Geschwindigkeit automatisch reduzieren, wenn eine Person eine definierte Zone betritt, anstatt komplett anzuhalten. Diese Mensch-Maschine-Kollaboration steigert die Produktivität bei Montagearbeiten im Durchschnitt um 20 %.

Lösungsszenario: Nachrüstung einer Pressenlinie für Sicherheit

Stellen Sie sich eine alte Hydraulikpressenlinie ohne moderne Schutzvorrichtungen vor. Die Nachrüstung mit einer Sicherheits-SPS wie der Omron NX-Serie mit FSoE (Fail Safe over EtherCAT) bietet einen gangbaren Weg. Durch den Ersatz einer Wand aus 20 festverdrahteten Relais durch ein einzelnes Sicherheits-SPS-Rack wird die Logik vereinfacht. Sensoren für Zwei-Hand-Bedienung, Lichtvorhänge und Not-Aus werden über ein sicheres Digital-Eingangsmodul angeschlossen. Die Sicherheits-SPS steuert dann einen Sicherheits-Schütz, um die Hydraulikenergie zu isolieren. Diese Lösung erfüllt ISO 13849-1 Kategorie 4 PL e. Zudem ermöglicht sie Fernüberwachung; das Wartungsteam sieht auf einem Tablet genau, welcher Lichtvorhang ausgelöst wurde, was die Fehlersuche um 50 % verkürzt. In einem konkreten Fall implementierte eine Metallstanzerei diese Nachrüstung. Die Pressenstillstandszeit sank von 5 Stunden pro Monat auf nur 1,5 Stunden, da Diagnosen sofort einen klemmenden Handtaster identifizierten. Die Investition in die Sicherheits-SPS amortisierte sich in acht Monaten.

Die richtige Steuerung für Ihre Risikobewertung auswählen

Führen Sie zunächst immer eine gründliche Risikobewertung gemäß ISO 12100 durch. Wenn der erforderliche Performance Level PL d oder e bzw. SIL 2/3 ist, müssen Sie eine Sicherheits-SPS oder ein sicherheitszertifiziertes Relais verwenden. Versuchen Sie nicht, diese Levels mit Standard-SPS zu erreichen, auch nicht mit Dual-Coding – ihnen fehlen die internen Diagnosen. Zweitens sollten Sie die Softwareumgebung berücksichtigen. Werkzeuge wie Siemens TIA Portal oder Rockwell Studio 5000 integrieren die Sicherheitsprogrammierung in dieselbe Oberfläche wie die Standardlogik. Diese Integration reduziert Ingenieursfehler. Investieren Sie in Schulungen für Ihre Techniker. Eine Sicherheits-SPS ist nur so gut wie die Logik, die darin steckt.

Fazit: Sicherheit als Produktivitätstreiber

Funktionale Sicherheit ist längst nicht mehr nur eine Compliance-Anforderung; sie ist ein Hebel für operative Exzellenz. Sicherheits-SPS bieten schnellere Reaktionszeiten, detaillierte Diagnosen und nahtlose Integration in industrielle Netzwerke. Obwohl die anfänglichen Hardwarekosten höher sind als bei Standard-Controllern, führen die Reduzierung von Stillstandszeiten und die Steigerung der sicheren Mensch-Roboter-Kollaboration zu einer schnellen Kapitalrendite. Mit der Weiterentwicklung der Automatisierung wird die Grenze zwischen Sicherheit und Steuerung verschwimmen – die Sicherheits-SPS wird zum Standard, nicht zur Ausnahme.

Häufig gestellte Fragen zu Sicherheits-SPS

F: Kann eine Standard-SPS für Sicherheitsfunktionen verwendet werden, wenn ich Redundanz hinzufüge?

Nein. Standard-SPS verfügen nicht über interne Diagnoseabdeckung (DC). Sie können latente Fehler in ihrer eigenen Hardware nicht erkennen. Sicherheits-SPS haben zwei unterschiedliche Kanäle und integrierte Tests, um SIL/PL-Anforderungen zu erfüllen. Sich auf einen Standard-Controller für Sicherheit zu verlassen, verstößt gegen ISO 13849.

F: Was ist der Unterschied zwischen PROFIBUS und PROFIsafe?

PROFIBUS ist ein standardisierter Feldbus für den Datenaustausch. PROFIsafe ist ein Sicherheitsprotokoll, das auf PROFIBUS oder PROFINET aufsetzt. Es fügt sicherheitsrelevante Prüfungen wie CRC-Signaturen und Zeitüberwachung hinzu, um sicherzustellen, dass die Daten gültig und nicht beschädigt sind.

F: Wie schnell muss eine Sicherheits-SPS für Not-Aus-Schaltungen sein?

Normen schreiben keine spezifische Geschwindigkeit vor, aber die beste Praxis der Industrie zielt auf eine Gesamtstoppzeit ab, die Verletzungen verhindert. Die Scanzeit der Sicherheits-SPS sollte unter 10-20 ms liegen. Beispielsweise aktualisiert ein GuardLogix-Controller Sicherheitsdaten typischerweise alle 4-8 ms, was für die meisten Maschinen ausreichend ist.

F: Benötige ich spezielle Software, um eine Sicherheits-SPS zu programmieren?

In der Regel verwenden Sie dieselbe Softwareplattform wie für Ihre Standard-SPS, müssen jedoch die Sicherheitstask mit einer Lizenz oder einem Dongle freischalten. Im TIA Portal nutzen Sie beispielsweise F-Konfiguration und F-Blöcke. Die Software stellt sicher, dass Sie zertifizierte Sicherheitsfunktionsblöcke verwenden.

F: Kann eine Sicherheits-SPS auch analoge Signale wie Temperatur oder Druck für die Sicherheit verarbeiten?

Ja, moderne Sicherheits-SPS bieten fehlersichere analoge Eingangs-Module. Diese werden in Anwendungen wie Brennersteuerung oder Presskraftüberwachung eingesetzt. Sie prüfen die analogen Werte anhand sicherer Grenzwerte mit zwei unabhängigen AD-Wandlern und gleichen die Ergebnisse ab.

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